Reden ist Silber, Stricken ist Gold!
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Part VI. kommt noch, so etwas wie ein Fazit meiner Eindrcke - keine Angst, ich zeige keine Bilder mehr von Wolllden! Wahrscheinlich nicht... ;-) Ich habe die Wolllden, die ich nannte, nicht verlinkt. Einfach aus dem Grund: es war mir whrend des Schreibens zu lstig. Ich htte es zwar nachgeholt, aber da niemand die Links vermisst und danach gefragt hat, werd ich es lassen.
Aber es gibt ja noch anderes zu berichten. Bis vor drei, vier Monaten gehrte ich immer zu den StrickerInnen, die mindestens drei oder vier Projekte gleichzeitig strickten. Das hrte pltzlich auf und hatte bei mir kein Aufatmen zur Folge sondern eine tiefe Krise: Ich wusste einfach nicht mehr, welches Projekt der langen Liste ich zuerst anfangen sollte! Und so nadelte ich lieblos an ein paar Socken herum, bis ich LITTLE TREES (ohne trees) strickte. Aber die Jacke ist ja schon lange fertig. Als ich vor ein paar Wochen meinen Koffer packte, stellte ich fest, dass ich nur einen (jawoll: 1!!!) handgestrickten herbst-/wintertauglichen Pullover besitze! Ist das zu glauben? Einen selbstgestrickten Sommerpulli gibt es, mehrere Strickjacken - aber eben nur einen Pulli aus wrmenden Material. Und den habe ich bereits vor vier oder fnf Jahren gestrickt! Also habe ich, kaum heimgekehrt von der Reise, zwei Pullis begonnen: SALINA habe ich schon seit langem im Auge. Vor mehr als einem halben Jahr habe ich mir das Buch mit der Anleitung, Rowan-Vintage, gekauft und, da ich es gnstig bekommen konnte, Felted Tweed in Graublau, und nicht in Grn - wie ursprnglich gewollt. Ich habe den Pulli begonnen, liebte das Garn - aber dennoch kam ich nicht sehr weit! Die Farbe! Ich finde den Ton, Whisper, zwar sehr schn, aber er passt in meinen Augen nicht zu SALINA. Also hab ich mir nun aus London grnes Felted Tweed gekauft: Herb! Und nun geht das Stricken ziemlich schnell! Und da es so schnell geht und wegen der wenigen wrmenden Stcke im Schrank habe ich noch einen zweiten Pulli begonnen, fr den ich mir das Heft 'RY Classic Summer' gekauft habe:JULIA. Das Wunschgarn (RYC Cashcotton in Chartreuse) habe ich in London nicht bekommen, in Oslo stellte ich aber fest, dass das Dropssche Alpaka in der Lauflnge identisch ist, und die Maschenprobe nur geringfgig abweicht. Das Garn wurde gekauft, die Farbe habe ich ja schon gezeigt. Auch wenn SALINA (Nadel 3,5) recht schnell von der Hand geht, JULIA wird mich eine zeitlang beschftigen: Nadel 2,75 und ein blttriges Muster.
Ansonsten stricke ich noch an meiner 3. OAK RIBBED SOCK (ich hatte ja mal geschrieben, dass sich eine der Socken aus Wollmeisen-Rhabarber in meiner Wohnung aufgelst hat, genauso vaporisiert wie mein letzter SecretPal) und an einem 3. Paar MADDER RIBBED SOCK (Nancy-Bush, aus Regia Canadian Colors), fr eine Freundin.
2.11.06 14:23


DIENSTAGSWOLLSCHAFFRAGEN

Welche Nadeln und Hilfsmittel braucht man umbedingt zum Stricken/Hkeln ... ? Was ist berflssig?
Nadeln kann ich gar nicht genug besitzen, die in 3er und 4er Strke habe ich in allen Lngen auch mehrfach und in verschiedenen Materialien. Verschiedene Zopf- Hkelnadeln, Nadeln zum Spannen und Vernhen, Massband (cm&inches), eine scharfe, kleine Schere, die Kopie der Anleitung sowie ein Bleistift sind auch sinnvoll...alles andere wre, zumindest theoretisch, berflssig. Aber ab und zu beanspruche ich die Dienste von Reihenzhler, Maschenraffer, Pompon-"Macher", Schere und einer Kunstoffkarte zum berprfen der Nadelstrke.
Alle anderen goodies wie Nadelschutz, Maschenmarkierer ect. brauche und benutze ich nicht.

Heute kurz und knapp - warum strickst du?
Gegenfrage: Warum gibt es Menschen, die nicht stricken?
;-)

Wenn ihr unterwegs seid und mehr als einen Socken auf den Nadeln habt, wie verstaut ihr euer Strickzeug?
Habt ihr einen Korb, eine Tasche oder ein extra dafr hergestelltes Behltnis dabei?
Oder doch alles in die Handtasche oder den Einkaufsbeutel?
Gibts auch ein Foto davon?

In letzter Zeit nehme ich nur noch Socken mit, und fr die habe ich eine Butterbrotdose aus Kunsstoff. Bis zu drei Socken bekomme ich da hinein. Wenn ich grere Projekte einpacke, dann habe ich dafr kleinere Kimono(stoff)beutel, die ich aus Japan mitgebracht habe.
3.11.06 17:24


KNITTING GOES MOVIE

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das hier ein sehenswerter Film wird, nicht bei diesem sinnentleerten Plot..Aber bis dahin fliet noch viel Wasser die Spree hinunter bzw. werden wir noch viel Maschen von den Nadeln springen lassen! Wer weiss, vielleicht sehe ich mir dann den Film an auf Grund einer sentimentalen Reminiszenz an eine einst exessiv ausgebte Leidenschaft....???
6.11.06 11:55


DIENSTAGSWOLLSCHAFFRAGE

Wie haltet ihr das mit dem Anstricken neuer Knule - von innen oder von auen? Wickelt ihr das ganze Knuel erst um, um Knoten zu entdecken oder auf eine Kone? Wo lagert ihr whrend des Strickens euer Knuel?
Normalerweise stricke ich nur von aussen nach innen. Wenn ich aber mit der gleichen Wolle zweifdig stricken muss und nur wenig Garn zur Verfgung habe, dann nehme ich den Faden von aussen als auch von innen.
Die Idee, in einem Knuel nach Knoten zu suchen, bin ich ehrlich gesagt noch gar nicht gekommen. Ich kann mit Knoten grozgig umgehen, wenn sie mich stren, wird geschnippelt und neu angestrickt. Nach Knoten suchen und auch noch auf eine Kone wickeln...Wow, da gibt es offensichtlich richtige Spezialisten!
Was die Lagerung anbelangt: Ich habe verschiedene Behltnisse. Mein Lieblingsteil ist ein mit Baumwollstoff gefttertertes (da bleibt kein Faden hngen!) Bananenbltterkrbchen vom schwedischen Designer. Darin habe ich jeweils das Projekt, an dem ich besonders intensiv arbeite. Das Krbchen kann ich bequem durch die Wohnung oder auf den Balkon schleppen, je nachdem, wo ich stricken mchte. Ich habe vom gleichen Designer "gehkelte" Krbchen, auch sehr praktisch.
Aber um ehrlich zu sein: Wenn ich auf dem Sofa stricke, dann liegt die Wolle auch schon mal auf dem Boden...
7.11.06 11:01


VI. FAZIT

Die eine oder andere unter euch mag sich bei der Lektre der langen Eintrge zu meiner Stdtetour gefragt haben, warum so lang und ausfhrlich. Der Grund ist, dass ich sehr berrascht war so groe Unterschiede im Wollangebot in Europa feststellen zu knnen. Meine Entdeckungen in London, Kopenhagen und Oslo kann ich noch mit Amsterdam/Utrecht und Rom vergleichen, und natrlich mit dem heimischen Angebot. Ich htte nicht gedacht, dass es so groe, feststellbare Unterschiede gibt. In Bezug zu kulturellen Unterschieden in Europa bin ich ein wenig empfindlich. Ich habe mehrere Jahre in Japan gelebt, also einem auereuropischen Land, ein Inselstaat noch dazu (also keine direkten Nachbarn weit und breit), dass sich seit gut 60 Jahren politisch, und durchaus auch kulturell, an einem Staat orientiert, dass ein halber Kontinent ist, die USA. Dass es in Europa nicht nur einen sondern mehrere Staaten gibt, dass ist vielen Japanern durchaus bewut, schon allein weil die meisten wissen, dass LouisVuitton eine franzsische und Prada eine italienische Modemarke ist: und irgendetwas von einer dieser Marken wollen Japaner besitzen, nicht alle, aber bestimmt zu 95%!
Zwei Jahre meiner Zeit in Japan habe ich in einem kleinen Ort in den Bergen eine Position in einem Programm ausgebt, das vom japanischen Aussenministerium finanziert wird Kooperation mit der deutschen Botschaft war selbstverstndlich und wir wurden von den Profi-Diplomaten als Graswurzeldiplomaten bezeichnet. Denn: in meinem Wirkungsfeld wurde das Deutschlandbild der Japaner durch das geprgt, was ich ihnen mitteilte/ erklrte/ zeigte und wie ich mich prsentierte.
meine ehemalige wirkungsttte
Bei meiner Arbeit kam es mir aber nicht nur darauf an, Deutschland zu erklren, sondern ich versuchte auch zu begreiflich zu machen, dass Deutschland ein Land von vielen in Europa ist und dass in anderen europischen Lndern die Dinge anders sind. Ich sage euch: das war wie gegen Windmhlen kmpfen! Einerseits wurde ich mit groen Augen angestaunt, dass ich mehr als eine Sprache spreche (in Japan wird die Muttersprache zu den erlernten Sprachen gezhlt), andererseits hrte ich hin und wieder, dass in Europa ja eh alles gleich sei also auch die Sprachen: kann man Deutsch, ist es zum Spanischen auch nur ein Katzensprung! Diese Einstellung vieler Japaner ist mir auch schon whrend meiner Studienzeit in Tokyo begegnet.
Ich knnte euch da noch Sachen erzhlenaber das wrde vllig vom Thema abschweifen!
Insofern achte ich oft auf Unterschiede in europischen Lndern, gerne auch in Dingen des Alltags, um sie, wenn ntig, als Argumente parat zu haben. Ein zweiter Grund ist, dass ich selber immer dachte, das Stricken Stricken ist also berall gleich. Und dann stellt man pltzlich, fast im Vorbeigehen, fest, dass das ganz und gar nicht so ist. Nicht nur in dieser Hinsicht ist Richard Rutts Buch sehr interessant, lesenwert!
italienischer wollladen
Meine Eindrcke dieser Reise, addiert mit denen aus Rom und Holland, deuten darauf hin, dass das Stricken kein homogenes Hobby ist, dass es teilweise groe Unterschiede gibt. Die Schwerpunkte der Garnqualitten und die Farbpaletten sind unterschiedlich (dabei meine ich das Angebot der jeweils einheimischen Garne). Die Alterstruktur der Strickenden auch: je weiter sdlich es geht, desto lter sind diejenigen, die die Nadeln schwingen, desto geringer der Anteil der jngeren Generation an diesem Vergngen. Nun gut, man mag den italienischen Mamas zugute halten, dass sie mit Kochen und bella figura machen mehr als ausgelastet sind was sie beides in beneidenswerterweise Meisterschaft beherrschen. Sind die Dninnen experimentierfreudig und setzen dabei durchaus auf modische Akzente, wrde ich das, was die Norwegerin strickt eher als gediegen bezeichnen: klassische und/oder solide Pullis in traditionellen Farben. Die englische Strickerin ist eher noch mit der der deutschen zu vergleichen. Dafr spricht auch, dass eine Vorliebe fr Brazilia/Effekt-Garne bei beiden zu finden ist. Die Deutsche strickt wesentlich mehr Socken was die englische mit Mtzen-Stricken zu kompensieren vermag. Kann die Englnderin im Grunde nur zwischen billig oder teuer whlen, ohne wirkliche Alternativen im mittleren Segment, ist gerade das mittlere Segment in Deutschland gut vertreten, ebenso eine schier unbersichtliches Angebot an Sockengarn. Hingegen fehlen ausgesprochene Luxusmarken.
Des Strickers Paradies auf Erden sind vielleicht die USA, mein Gesprch mit der Inhaberin von stash deutete darauf hin. In den USA gibt es Garne das gesamte Faser-/ Farb- und Preisspektrum hinauf- und wieder herunter (letzteres ist nach oben offen!).
noch ein oslo-foto
Die Situation in Deutschland ist gar nicht mal so schlecht und besser, als angenommen. Zumal das Angebot in vielen Wolllden durch auslndische Garne aufgepeppt wird. Und in Zeiten des Internets bleiben, wenn man dafr bezahlen kann/ mchte, eh keine Wnsche offen.
7.11.06 21:23


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